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von Klaus Schuppert, veröffentlicht am Sonntag, 30. Oktober 2011
Sind für Schlecker die Kunden ungebildet?
Für Ihren "denglischen" Werbespruch "For You. For Ort." wird die Drogeriekette viel kritisiert.
Schlecker ist auf dem Weg alle Skandale aus der Vergangenheit Vergessen zu machen, dazu beschreitet Schlecker neue Wege, baut die Filialen um, schließt viele Filialen und gibt sich ein neues Image.
Man sollte meinen, dass gute Öffentlichkeitsarbeit doch anders geht. Der Kommunikationschef der Drogeriekette Schlecker begründet den Einsatz des aktuellen Werbespruchs mit dem geringen Bildungsniveau der Schlecker-Kunden. Dafür muss das Unternehmen zurzeit viel Kritik einstecken. Natürlich wolle man damit niemanden verletzen, beteuerte der Konzern. Seit Mai dieses Jahres wirbt Schlecker mit dem Slogan "For you. For Ort." Eine Mischung aus Deutsch und Englisch. Dies rief den Verein Deutsche Sprachwelt auf den Plan, der eine Unterschriften-Aktion gegen das "Denglisch" startete.
Schleckers Kommunikationschef Florian Baum antwortete dem Verein darauf in einem Brief. In der WAZ wird er wie folgt zitiert : "Eine soziologische Einordnung der Kunden ist normale Unternehmenspraxis. Denn als Geisteswissenschaftler fühle auch ich mich im privaten Sprachgebrauch der Stiltugend der Latinitas verpflichtet und sehe die Bestrebungen des Vereins Deutsche Sprache mit Wohlwollen. Schlecker hat nach einem neuen Unternehmensmotto gesucht. Dieses Motto sollte die durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittlere Bildungsniveaus zuzuordnen sind, ansprechen."
Diese Begründung sorgte im Internet, etwa bei Facebook und Twitter für viel Kritik. So fühlte man sich bei Schlecker genötigt, zu Baums Brief Stellung zu nehmen: "Ja wir stehen zu diesem Motto, wie wir auch zu einer uns wichtigen Zielgruppe stehen, Menschen mit einfachem bis mittlerem Bildungsniveau. Menschen also, die ganz normal einen Haupt- oder Realschulabschluss gemacht haben und heute in vielfältigen Berufen das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden - zum Beispiel als Handwerker, Briefträger, Krankenschwester, Büroangestellte oder auch als Hausfrauen und -männer". Zitat WAZ.
Und Schlecker setzt sogar noch eins drauf. Die große Kritik aus dem Netz kann man dort überhaupt nicht verstehen. Man ist der Meinung, die Internetnutzer hätten ein niedriges Bildungsniveau mit "unterbelichtet" und "dumm" gleichgesetzt. Die User werden als "zynisch", "unverschämt" und "arrogant" betitelt. In einem weiteren Brief von Florian Baum an den Verein Deutsche Sprachwelt merkt er an, dass solch ein Slogan dem Kunden im Gedächtnis bleiben und für "kontroversen Gesprächsstoff" sorgen soll. Na das hat aber hingehauen, was?
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