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von Klaus Schuppert, veröffentlicht am Mittwoch, 11. Januar 2012
Bei meinem letzten Einkauf beim Real Supermarkt bekam ich an der Kasse drei kleine Tütchen überreicht. Es war wie immer etwas hektisch, daher nahm ich sie entgegen, denn ich wusste nicht, was das war. Dachte ich zunächst noch an Glückskekse für das neue Jahr, wurde ich zu Hause eines Besseren belehrt. Ich hatte meine ersten drei Funky Beans! Das ist ja toll - und was soll ich jetzt damit?
Die Supermarktkette Real führt vom 02.01.2012 bis zum 11.02.2012 die Aktion Funky Beans durch. Pro 15 EUR Einkaufswert erhält der Kunde ein Funky Bean. Insgesamt existieren 30 verschiedene Bohnen, die gesammelt werden sollen. Mit unendlich viel Glück könnte man also für 450 EUR Einkaufswert alle 30 Bohnen bekommen, rein theoretisch. Passend dazu kann man einen Sammelbeutel oder sogar eine Sammelkassette hinzukaufen, um die Beans angemessen aufzubewahren.
Viel machen kann man freilich damit nicht. Die Beans bestehen aus bedrucktem Plastik und sind nicht einmal besonders ansehnlich. Aber das ist Geschmackssache. Sie haben im Inneren eine Kugel, durch deren Gewicht das Bean aufrecht stehen kann. Mit einem separat zu erwerbenden "Löffel" kann man Kunststücke (Saltos o. ä.) vollbringen.
Die Real-Kette hat sich jedoch noch mehr einfallen lassen: Wer möchte, kann ein Funky Beans Video drehen und es in You Tube einstellen. Für die besten Videos winken Gewinne. Ebenso können jede Woche zwei Funky Beans Komplettsets gewonnen werden, wenn man bei den Funky Masters mitmacht. Der Wettbewerb wird in Facebook durchgeführt. "Gewinne gegen Freunde. Hol Dir Skills und Features. Mach Deinen Weg zur Master Bean", wird auf www.real.de angepriesen.
Mich irritiert diese Aktion sehr. Was will die Real-Kette von mir, warum sollte ich mitmachen und überhaupt, wer denkt sich so etwas aus? Da werden Millionen von Funky Beans in Billiglohnländern produziert. Dafür werden wertvolle Rohstoffe eingesetzt. Demgegenüber steht kein Nutzen, außer ein "marketinggetriebener Sammelspaß".
Sieht man sich auf der Real-Homepage die etwas unscheinbareren Links an, findet man unter "Unternehmen" den Bereich "Wir übernehmen Verantwortung". Darin stellt das Unternehmen sein Selbstverständnis zur Nachhaltigkeit dar und beschreibt ausführlich die durchgeführten Maßnahmen.
Im Bereich Energie und Umwelt erfährt der Leser unter "Ressourcenschonung" zum Beispiel, dass Real Papier und Kosten bei der Werbung einspart. Entlang der Wertschöpfungskette setzt sich das Unternehmen für die Vermeidung bzw. Reduzierung von Abfall ein. Unter "Gesellschaftliche Verantwortung" führt Real aus, dass Hilfsprojekte gegen Hunger in Afrika durchgeführt und die "Tafeln" unterstützt werden.
Diese Bemühungen und das Engagement sind sehr zu begrüßen. Doch wie passen da die irren Bohnen rein? Ich würde mir wünschen, wenn Real bei zukünftigen Aktionen das Thema Nachhaltigkeit mehr berücksichtigt.
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