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von Anja Weick , veröffentlicht am Montag, 17. Oktober 2011
Nachdem Biogasanlagen vor allen Dingen am Niederrhein immer gefragter werden, ist Mais schon lange keine Kulturpflanze mehr, die nur als Futtermittel und unseren Gaumenfreuden dient. In unserem anderen Bericht über Mais als "Gabe der Götter" beschrieben, muss allerdings auch die Kehrseite betrachtet werden. Mittlerweile liegt der Maisanbau am Niederrhein erheblich über dem Durchschnitt des Anbaus in anderen Bundesgebieten. Rund 34 % der vorhandenen Ackerfläche wird hier für den Anbau von Mais genutzt. Aufgrund des im Bundestag im Jahr 2004 beschlossenen "Nachwachsenden-Rohstoff-Bonus" hat sich die Zahl der Energieanlagen nahezu verdoppelt. Als Grundvergütung erhält der Bauer für 1 Kilowattstunde 11,6 Cent, welche mit dem benannten Bonus nochmals um 7 Cent erhöht wurde. Keine Frage, das gestaltet sich für die Bauern lukrativer als der Anbau anderer Gemüsesorten. Das klingt ja zunächst nicht weiter bedenklich. Wirft man jedoch einen Blick hinter die Kulissen, so wird schnell klar, des einen Gewinn ist des anderen Nachteil. Die Ackerflächen sind begrenzt und die Konkurrenz ist groß. Die Preise für landwirtschaftliche Flächen steigen. Erschwinglich sind diese Flächen meist nur für Landwirte, die bereits durch die Förderung profitiert haben. Eine weitere schwerwiegende Folge des immer weiter steigenden Maisanbaus ist die Gefährdung des Artenschutzes. Das Umpflügen der Wiesen in hohem Maße für den Anbau von Energiepflanzen und der schnell- und hochwachsende Mais nehmen vielen Tieren den Lebensraum. Betroffen sind bereits Lerchen, Hasen und der Kiebitz und laut der Pressesprecherin des Naturschutzbundes NRW sind Grauammern bereits vom Aussterben bedroht. Die Energiepolitik ist sicherlich in mehrfacher Hinsicht noch einmal zu überdenken um hier zumindest Kompromisse zu schaffen. Die Änderung des EEG-Gesetzes ab dem 01. Januar 2012 liefert hier einen ersten Beitrag. Bisher mussten 30 Prozent Gülle zur Energiegewinnung in die Biogasanlage fließen, wenn der sogenannte Güllebonus eingestrichen werden sollte. Dieser Mindestanteil wird nun ab 2012 erhöht, so dass mit einem Güllenateil von 80 % und einem Maisanteil von lediglich 20 % die Hoffnung auf eine Stagnierung des Maisanbaus besteht.
Es bleibt grundsätzlich die Frage, warum wir Lebensmittel zur Energiegewinnung verhämmern, während in Afrika die Menschen hungern.
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