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von Klaus Schuppert, veröffentlicht am Donnerstag, 04. August 2011
Städte wie Madrid, London, München und co. mit ihren Einkaufsmeilen locken viele Besucher zum Shoppen, nehmen aber auf der anderen Seite den Grünflächen den Raum. Genau hier setzte der Franzose Patrick Blanc an und sorgte für aufwändige vertikale Grünflächen an Orten, an denen der Betrachter kein Grün erwartet. Angefangen hatte alles mit seinem Interesse für Kaulquappen und Wasserpflanzen. Als Junge setzte er Stecklinge eines Philodendrons in den Filter seinen Aquariums und beobachtete, dass diese nach einigen Wochen neue Wurzeln trieben. Diese Beobachtung brachte ihm die Erkenntnis, dass Pflanzen zum Leben Wasser aber nicht zwangsläufig Erde benötigen. Der spätere Forscher entwickelte Ende der 80er ein Patent, welches es ihm möglich machte Gärten zu gestalten, große Grünflächen zu gestalten, die keine horizontalen Flächen benötigten. Die Idee der vertikalen grünen Oasen war geboren. Als Halt für die Wurzeln der Pflanzen dienen synthetische Vliese, welche normal in Anzuchtbeeten für die Feuchtigkeit der Pflanzentöpfe sorgen. Diese werden vertikal verwendet. In einem bestimmten Abstand zur Grundmauer werden diese Vliese an ein Metallgerüst angebracht. Hier finden die Wurzeln halt. Nährstoffe und das nötige Wasser für die Pflanzen werden über einen Kunststoffschlauch, der ebenfalls am Gerüst befestigt ist, bereitgestellt. Bewässert und mit Nährstoffen versorgt werden die Pflanzen so mit Hilfe einer Zeitschaltuhr. So gestaltete Blanc zum Beispiel in aufwendiger Planung die 25 Meter hohe Außenwand des Caixa-Forums in Madrid. Seine mehr als 50 Projekte, die Patrick Blanc bereits realisierte, finden mittlerweile viele Nachahmer unter den Architekten und einige Fassaden -innen und außen- wurden in Städten, Einkaufspassagen, Banken und Museen angelegt. Von Patrick Blanc finden wir in Deutschland bislang leider nur zwei kleinere grüne Fassaden - die Fassade des Berliner Kaufhauses Galeries Lafayette und eine Wand im Pressecenter der Frankfurter Messe.
Die Banken, Museen und Modehäuser, die sich eine solche grüne Gestaltung und Bepflanzung leisten können, nutzen diese sicherlich auch mit dem Hintergrund eines umweltfreundlicherenn Erscheinungsbildes. Dem Betrachter, dem Museumsbesucher, den Bankkunden, den Shoppenden in großen Einkaufspassagen beschert dieser Anblick ein tolles Erlebnis und das Gefühl von einem kurzen Trip in die Natur oder gar in den tropischen Regenwald inmitten der oft tristen und grauen Bunker.
Leider ist diese Gestaltung eine sehr kostspielige Angelegenheit, sonst hätten sicher bis heute schon weitaus mehr Grünflächen in den Städten einen neuen Lebensraum gefunden.
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