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Lloyd
Während viele Betriebe der arbeitsintensiven deutschen Schuhindustrie seit über 30 Jahren ihre Produktion in Niedriglohnländer verlagert oder gar ganz aufgegeben haben, stellt die vor 120 Jahren in Bremen gegründete Lloyd Shoes GmbH heute in Sulingen nach wie vor als eines der wenigen deutschen Unternehmen Schuhe her.
Lange international orientiert
Lloyd war bereits Anfang der 70er Jahre zu einer international bekannten Marke geworden. Als Monoprodukt entwarf die Sulinger Firma in jedem Jahr Hunderte von Leder-Herrenschuhen gehobener Qualität und Preisklasse, fertigte diese in der eigenen Fabrik und vertrieb sie an den nationalen und internationalen Fachhandel. Aufgrund der arbeits- und lohnintensiven Produktion begann auch Lloyd zunehmend Eigenfertigungsanteile an Fremdfirmen abzugeben und eine Typenbeschränkung vorzunehmen. Begonnen wurde mit der Herstellung von Fertigsohlen in Südamerika und Italien. Es folgten weitere Verlagerungen ins Ausland. Der Schritt nach China, Vietnam oder Hong Kong wurde jedoch 1994 verworfen, da Fabrikverhältnisse, Qualitäten oder Liefertreue nicht den Anforderungen des Unternehmens entsprachen.
Ende der 90er Jahre verkaufte die Gründerfamilie Meyer nach fast 111- jähriger Geschichte zum 1. Juli 1998 das Unternehmen an die Ara Schuhfabriken AG, Langenfeld. Ara, als der größte europäische Damenschuhhersteller mit einem täglichen Ausstoß von 33.000 Paar Schuhen, war Lloyd schon lange verbunden und bot keine Produktüberschneidungen. Maximilian Müller, Sprecher der heute dreiköpfigen Geschäftsführung von Lloyd:
Seither hat sich das "Made in Germany" zum Rückgrat des Qualitätsversprechens der Marke Lloyd weiterentwickelt und zum verlässlichen Unterscheidungsmerkmal auf dem internationalen Schuhmarkt. 2001 kehrte das Unternehmen zu einer eigenen Damenkollektion zurück. Die Fertigungsanteile wurden jedoch immer geringer und konzentrierten sich zunehmend auf das gehobene Segment. Ein Großteil kommt jetzt aus dem Werk in Rumänien in Valea lui Mihai. Die aus den 70er Jahren stammenden Standorte Malta und auf der Nachbarinsel Gozo wurden 2006 aufgegeben. Vor dem Hintergrund des Weltmarktes trat Lloyd 2004 mit einer eigenen Accessoire-Kollektion auf den Markt. Um sein Potenzial weltweit stärker zur Geltung zu bringen, ist Lloyd dabei, seine Concept Stores (als Franchise oder in Eigenregie) auszubauen, um die volle Bandbreite der Markenkollektion präsentieren zu können. Jährlich werden gegenwärtig 80 Basis- und 120 Saisonmodelle und bis zu 240 Variationen bei den Männerschuhen (90 Prozent des Gesamtumsatzes) und 60 Basis- und 80 Saisonmodelle bei den Damenschuhen angeboten. International steht das Unternehmen, nach den Worten Müllers, noch am Anfang seiner Entwicklung. Wesentliche Zukunftsmärkte werden die Vereinigten Staaten ebenso sein, wie die arabischen Ölländer und Russland.
Auf die Frage, welche Rolle Rumänien heute spiele, antwortete Maximilian Müller: "In Rumänien produzieren wir derzeit 4.200 Paar Schuhe arbeitstäglich in zwei Schichten, in Sulingen fertigen wir 2.000 Paar in einer Schicht. Außerdem haben wir noch Vertragsproduktionen sowie Zulieferer für Komponenten wie Sohlen und Schäfte. In Zusammenarbeit mit Ara, unserer Muttergesellschaft, bestehen außerdem Partnerschaften in Indonesien und Indien."
Wenn es um die Frage geht, wie hoch der Anteil -Made in Germany- bei Lloyd ist, spricht Müller auch hier ganz offen: "Wenn Sie inklusive Damenschuhen von einer Tagesstückzahl von rund 7.500 Paar ausgehen, stammen die erwähnten 2.000 ausschließlich aus Deutschland. Das sind dann unsere absoluten Premium-Produkte. Neben der Produktion ist unser Firmensitz in Sulingen auch Entwicklungs- und Know-how-Zentrum unseres Unternehmens. Die gesamte Produktgestaltung geschieht hier vor Ort. Und außerdem hat sich Lloyd auf die Fahne geschrieben, im Sinne der Nachhaltigkeit umweltgerecht zu produzieren."
Umweltmanagement
Auch im Bereich des Umweltschutzes ist sich LLOYD seiner unternehmerischen Verantwortung bewusst und setzt in allen Bereichen auf den schonenden Einsatz von Ressourcen und Energie. Das beginnt schon bei der Logistik, wo LLOYD dafür Sorge trägt, dass die Transportwege durch den standortnahen Einkauf der benötigten Materialien kurz bleiben. Nicht nur in Deutschland, auch an den rumänischen Standorten legt man Wert darauf, durch effiziente Auslastung der LKWs und die Zusammenlegung von Transporten die Anzahl der Fahrten so klein wie möglich zu halten. Um den Energieverbrauch zu senken, setzt LLOYD in Sulingen seit zwei Jahren moderne Kompressoren zur Drucklufterzeugung ein, die nicht nur 20% Energie einsparen, sondern mit ihrer Abwärme im Sommer auch 100% des Warmwasserbedarfs abdecken.
Beim Einsatz von Materialien aller Art ist der Verbrauch vorgegeben. Diese Sollwerte werden regelmäßig mit den Istwerten verglichen, um eventuellen Schwachstellen beim Umgang mit diesen Ressourcen auf die Schliche zu kommen. Der Verbrauch von Lösemitteln ist sogar durch eine EU-Vorschrift geregelt und darf 25 Gramm pro Schuhpaar nicht übersteigen - ein Wert den LLOYD um bis zu 20% unterschreitet. Ferner hat ein Programm zur Lösemittelrückgewinnung dafür gesorgt, dass der als Sondermüll eingestufte Lösemittelabfall enorm gesenkt werden konnte.
Und LLOYD wäre nicht LLOYD, wenn der Einsatz für die Umwelt nicht auch bei den Produkten im wahren Sinne des Wortes zum Tragen käme. So werden die von LLOYD verwendeten Goodyearsohlen nicht wie üblich mit Chrom, sondern ausschließlich mit pflanzlichen und biologischen Rohstoffen gegerbt. Bei den Schuhen aus der LLOYD Nature Kollektion handelt es sich um vollkommen natürliche Produkte, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.
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