Sie sind hier: Themenwelten // Essen & Trinken // Lebensmittel & Wissen
officeonline
von Klaus Schuppert, veröffentlicht am Donnerstag, 10. November 2011
Probiotischer Joghurt liegt nach wie vor voll im Trend. Im Fernsehen wird er - oft von Prominenten - beworben als ein Produkt für moderne, trendige, gesundheitsbewusste und aktive Menschen oder Eltern, die sich Gedanken um die gesunde Ernährung ihrer Familie machen. Probiotischem Joghurt (pro bios ist griechisch und bedeutet: für das Leben) wird zugeschrieben, das Immunsystem zu stärken und die Darmflora und -funktion positiv zu unterstützen. Viele Menschen sind davon überzeugt und nehmen diesen Joghurt (oder auch andere probiotische Lebensmittel) regelmäßig zu sich. Andere lehnen ihn ab, weil sie von der Wirkung nicht überzeugt sind oder Bedenken hinsichtlich der Zusatzstoffe haben.
Das Thema ist nicht neu und wurde in der Vergangenheit oft schon hinterfragt. StayFair fragt - wie ist der Stand der Dinge?
Unser Darm nimmt eine zentrale Rolle bei unserer Versorgung mit den erforderlichen Stoffen ein. Der Muskelschlauch verdaut die aufgenommene Nahrung, indem er Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße durch Enzyme in ihre Einzelteile zerlegt. Darmzellen nehmen die erforderlichen Nahrungsbestandteile auf und transportieren sie ins Blut, welches die verschiedenen Körperbereiche mit den Stoffen versorgt, die sie benötigen. Im Darm befinden sich körpereigene Bakterien, die u. a. die Aufgabe haben, Krankheitserreger abzuwehren und das Körperinnere vor Krankheiten zu schützen.
Ein probiotisches Lebensmittel enthält probiotische Bakterien. Diese sind widerstandsfähiger gegen körpereigene Darmbakterien und werden von ihnen nicht direkt zerstört. Dadurch gelangen sie in tiefere Darmregionen und sind ihrerseits in der Lage, schädliche Darmbakterien dort zu bekämpfen. Wie genau sie das tun, konnten Wissenschaftler bislang nicht klären.
Typische probiotische Bakterien sind z. B. Lactobacilli oder Bifidobacteria. Sie werden gewonnen aus Lebensmitteln wie Milch, Getreide und Fleisch, häufig aber auch aus dem menschlichen Körper, z. B. aus dem Mund, Magen, Verdauungstrakt oder der Vagina. Sie werden gezüchtet und künstlich, teilweise genetisch verändert.
Bislang existieren rund 400 Studien diverser Institute zu probiotischen Lebensmitteln. Das Ergebnis einer überwiegenden Anzahl von Studien ist, dass probiotischer Joghurt tatsächlich die Darmflora positiv anregt und so das Immunsystem unterstützt. Allerdings nicht mehr, als normaler Joghurt es auch kann. Eine größere Wirkung des probiotischen Joghurts ist wissenschaftlich nicht nachweisbar. Die Universität Wien stellte somit fest, normaler Joghurt ist ebenso gut wie probiotischer.
Allerdings existieren Hinweise darauf, dass probiotischer Joghurt bei bestimmten infektiösen Darmerkrankungen bei Kindern und bei chronischen Darmentzündungen die Behandlung mit Antibiotika besser unterstützt. Das Institut für menschliche Ernährung in Potsdam stellte fest, dass bei bestimmten Durchfallarten, die mit Antibiotika behandelt werden, die Normalisierung der Darmflora durch probiotische Joghurts positiv unterstützt wird. Schulkinder, die regelmäßig probiotische Lebensmittel zu sich nehmen, sollen weniger erkranken. Auch hierzu gibt es noch nicht den endgültigen wissenschaftlichen Nachweis.
Ein Nachteil probiotischer Bakterien ist, dass sie sich nicht dauerhaft im Darm ansiedeln können. Daher ist es zur Freude der Lebensmittelindustrie erforderlich, regelmäßig probiotische Lebensmittel zu sich zu nehmen. Entscheidend bei der Wirksamkeit ist jedoch, dass eine Portion des Lebensmittels mindestens 100 Millionen der Mikroorganismen enthält. Inwieweit die Hersteller dies sicherstellen ist nicht bekannt, eine Angabe über die Menge der enthaltenen Mikroorganismen im Lebensmittel fehlt auf den Verpackungen.
Wir stellen fest - es besteht immer noch keine Sicherheit hinsichtlich der tatsächlichen Wirksamkeit probiotischer Lebensmittel. Angesichts der Herstellung der Bakterien, der Unsicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit und letztlich des Mehrpreises, der in den Geschäften für das Produkt gezahlt werden muss, mag sich der Eine oder Andere überlegen, sein Wohlbefinden in ganz natürlichen Lebensmitteln zu suchen, die ähnlich anregend wirken, wie z. B. normaler Joghurt, Kefir oder Sauerkraut. Übrigens, die Weißkohlernte hat gerade begonnen ?.
Warum zeigen wir die Bedienelemente von Facebook/Twitter nicht direkt an?
Bei der Einbindung der Elemente von Facebook/Twitter müssen bereits Daten (Scripte und Grafiken) von den Servers dieser Unternehmen geladen werden, bevor Sie auf eines der Bedienelemente klicken. Hierdurch wird zumindest Ihre IP-Adresse an Facebook/Twitter übertragen. Sofern Sie Mitglied bei Facebook/Twitter sind, könnten diese Unternehmen ihren Besuch bei Stayfair nun personalisiert speichern. Da wir nicht wissen, ob Sie dies wünschen, haben wir uns dafür entschieden, die Bedienelemente erst auf Ihren Wunsch hin zu aktivieren.

Seit der Klimawandel mehr und mehr zum Thema wird, ist es an der Zeit sich die Frage zu stellen: "Welchen Einfluss hat unser Essverhalten auf die Umwelt?"
Ökologischer Fußabdruck

Der Sprecher der EU-Agrarkommission brachte es auf den Punkt als er vor laufender Kamera zugab: "Wir haben die Verantwortung ... aber der Markt entscheidet."
Flesichkonsum und seine Folgen

Was in Deutschland bereits seit über zwei Jahren gilt, sollte nun auch als Norm für andere Länder gelten. Leider wurde dieses Verbot der Käfighaltung längst nicht in allen Ländern umgesetzt.
zweifelhafte Eier aus der EU

Die Lebensmittelindustrie trägt massiv zur Fehlernährung bei. Mit industriellem Angebot an Kinderlebensmitteln ist eine ausgewogene Ernährung praktisch unmöglich.
unbewusste Fehlernährung bei Kindern

Die von Bundesver-braucherministerin Aigner gestartete Kampagne zur Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt der aber das Kernproblem ignoriert.
Kernproblem ignoriert

Seit 2010 fährt der Fastfoodanbieter MCDonald's eine gewaltige Marketing-kampagne für natürliche Zutaten und nachhaltige Produktion. Nun macht der Burgerbrater ernst und listet Wiesenhof aus.

Wenn die gesunde und umweltfreundliche Ernährung thematisiert wird, werfen viele Menschen immer wieder die Frage auf, wie sie die Mehrkosten dafür denn tragen sollen.

Entscheidend ist aber neben einer besseren Verbraucheraufklärung auch eine politische Neu-orientierung. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die auf Regionalität und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist

Dr. Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende BUND e.V antwortete uns im Interview auf die Frage, wie sie ganz persönlich, in Ihrem Umfeld andere Menschen Wege zum nachhaltigen Leben aufzeigt.

Die Teutoburger Ölmühle - bekannt für hochwertige Kernöle aus geschälter Saat - erweitert ihr Sortiment ab März 2012 um ein neues Genießer-Öl für die kalte Küche: Das "Omega-Salatöl...

Entsprechend den höchsten Qualitätsmaßstäben von Demeter verzichtet der Betrieb auf Industriedünger, Pflanzen-schutzmittel und selbstverständlich auch auf Zusatzfutter aus industrieller Produktion.

Energie- und Vitaminlieferant: Die Nuss! Haselnüsse zum Beispiel liefern das wichtige Vitamin E. Leckeres Rezept: Ein warmes Glücklichmacher-Süppchen. Der Klassiker unter den Cremesuppen nussig aufgepeppt.

Neben Eliten aus dem Automobilsektor bis zu Pharma- und Medizintechnik wurde auch die Argand'Or GmbH aus Friedrichsdorf (Hessen) in das Lexikon aufgenommen.

Bio-Putenfleisch kostet zwar deutlich mehr, dafür unterstützt man aber eine artgerechtere Tierhaltung.