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Die jahrtausendealte Hochkultur in Mexico hätte sich ohne Mais nie entwickeln können. Für die Maya-Indianer ist der Mais schon seit Jahrtausenden der Anfang allen Lebens oder aller Dinge und ein maisloses Dasein undenkbar.
Er ernährt seit jeher uns Menschen nachhaltig und der ein oder andere Nachfahre der Maya nennt ihn noch heute "Su Alteza" = "Eure Hoheit", denn er gilt als Geschenk der Götter. Es gibt nachgewiesene, archäologische Funde, die belegen, dass die Bauern im Flussbecken des Rio Balsas in Mexico schon vor 8700 Jahren Mais anbauten. Offensichtlich hat die Pflanze dort im tropischen Regenwald ihre Wurzeln. Auch heutzutage wird dort noch Mais angebaut. Mexico ist hinter den USA, China und Brasilien der viertgrößte Mais-Produzent der Welt. Obwohl sie bereits zahlreich erforscht ist, wirft die Pflanze bei Biologen immer noch Fragen auf. Welche Ur-Form hatte der Mais? Wie wurde er von den Maya gezüchtet und wie hat er sich entwickelt? Botaniker wissen ziemlich sicher, dass das Korn grundsätzlich von dem Wildgras Teosinte abstammt. Im Laufe der Jahrtausende sind die damals zwei Zentimeter langen Kolben mittlerweile ins Extreme gewachsen. Sieben Zentimeter waren es vor 5000 Jahren und heute sind die Kolben bis zu 25 Zentimeter lang und tragen sage und schreibe bis zu 1000 Körner.
Weil die Maispflanze, die man zweimal im Jahr ernten kann, schon immer eine pflegeleichte Pflanze war, hatten die Menschen der Antike recht schnell Nahrung im Überfluss. Zudem war sie wenig arbeitsaufwendig, man hatte mehr Zeit für andere Dinge des Lebens. So entstanden Kasten, etwa die der Adligen, Beamten, Priester, Handwerker oder Bauern - genauer gesagt ein Staatssystem. Die Menschen hatten nun Zeit für Politik und Kultur. Schufen Pyramiden und Tempel, entwickelten Schriften und Kalender oder gar Spiele. Mittlerweile gibt es rund 20.000 verschiedene Mais-Varianten, darunter sind auch welche mit schwarzen, roten oder orangefarbenen Körnern. Wahrhaftig, "Su Alteza", Seine Hoheit, haben es weit gebracht.
Im aktuellen Anbaujahr stehen Silo- und Körnermais deutschlandweit auf insgesamt 2,5 Mio. Hektar Ackerfläche. Der mit 1,8 Mio. Hektar größte Teil der Fläche dient der Futtermittelgewinnung. Hierzu trägt Körnermais, der fast vollständig verfüttert wird, mit einem Anteil von 0,5 Mio. Hektar bei. Energiemais für die Biogasproduktion wächst 2011 lediglich auf ca. 0,7 Mio. Hektar oder 28 % der gesamten Maisfläche. (Quelle: Pressestelle Bundsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz).
Der Biogas-Boom der letzten Jahre jedoch führt mehr und mehr zur erhöhten Nitratbelastung des Grundwassers. Eine übermäßige Düngung beim Maisanbau zur Energiegewinnung ist die hauptsächliche Ursache. Wird der Mais in einer Biogasanlage verbrannt finden die nicht verbrannten Rückstände des Düngers den Weg zurück ins Grundwasser. So energiereich der Mais auch sein mag, so nahrhaft und vielseitig einsetzbar er auch ist, jede Medaille hat zwei Seiten.
Vom Zea mays, das ist der wissenschaftliche Name des Getreides, wurden 2009 weltweit rund 817 Millionen Tonnen geerntet. Wie schon vor tausenden von Jahren dient der Mais heute noch als Nahrung für die Menschen, aber überwiegend für das Vieh. Neben der Herstellung von Kraftstoff und Biogas wird Maisstärke bei der Herstellung von Kaugummi und Salatsoßen verwendet, steckt in Eis oder Erdnussbutter, absurderweise sogar in Nagellack und Schießpulver. Guten Appetit!
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