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Château Fonroque - St -Émilion Grand Cru Classé
Fonroque war das erste klassifizierte Weingut des Bordelais, das einen für biodynamischen Weinbau zertifizierten Wein abgefüllt hat. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist Alain Moueix, der Fonroque seit 2001 im Auftrag seiner Tante und seines Vaters führt. Mit dem berühmteren Zweig der Moueix-Dynastie (Petrus, Trotanoy, Belair - Monange usw.) ist Alain Moueix selbstredend auch verwandt: Sein Vater ist Cousin von Christian Moueix, dem Seniorchef des Hauses Jean-Pierre Moueix in Libourne. Fonroque liegt nördlich des Orts St-Émilion - etwa an der Stelle, an der das Kalksteinplateau in einer kleinen nach Nordwesten ausgreifenden Ausbuchtung endet (siehe Karte rechts). Zwar gibt es hier nur eine relativ moderate Hangneigung (und diese weist überwiegend nach Westen). Das Weingut kann also auf keine (Süd-) Steillagen zurückgreifen wie die Güter in der Umgebung von Pavie oder Ausone - aber Fonroque verfügt doch über einen ähnlichen Dreiklang an terroirs: harten Kalkstein mit geringer Bodenauflage auf Parzellen des Plateaus, weichere Kalk - Lehm Böden in den Hanglagen und sandig-tonige Böden im Tiefen.
Zonen: Kalkplateau, Westhang mit Kalk-Lehm ("argilo-calcaire"), und tiefer gelegene Parzellen mit sandig-tonigem Boden. Nördlicher Anschluss des Kartenausschnitts ist Pomerol.
Rebfläche: 17,6 ha, 88 % Merlot, 12 % Cabernet Franc
Durchschnittsalter der Reben: ca. 35 Jahre, die ältesten Parzellen wurden im Jahr 1930 gepflanzt
Pflanzdichte: 5800-6000/ha
Boden: siltig - lehmig mit tiefer Gründigkeit, Kalklehm, Kalkstein mit einer Bodenauflage von 10 bis 60 cm Tiefe,
Durchschnittsertrag: 35 hl/ha
Beginn und Ausdehnung der biodynamischen Bewirtschaftung: auf der gesamten Weinbergsfläche, seit 2002, zertifiziert nach Ecocert und Biodyvin
Verwendete Präparate: Hornmist (500), Hornkiesel (501), Quarzpräparat (502), Ackerschachtelhalm (508), Kupfer, Schwefel, Talkum, diverse Pflazentees (Brennessel, Schafgarbe, Korbweide)
Kompost: während der von Maria Thun angegebenen Düngezeit wird Kompost ausgebracht, der aus dem Mist milchwirtschaftlicher Bio-Betriebe hergestellt ist
Bodenbearbeitung: im Winter Häufeln von Erde um die Stöcke ("chaussage"), im Frühjahr der entgegengesetzte Vorgang (déchaussage), ebenfalls im Frühjahr Auflockerung der Bodenoberfläche (griffage) in den Zeilen, sowohl im Frühjahr wie im Sommer wird der Zwischenstockbereich mechanisch gelockert und Unkraut beseitigt ("lames interceps"), im Herbst erfolgt eine tiefere Bodenbearbeitung, die der Bodenverdichtung entgegenwirkt und die Drainagewirkung befördert (sous - solage)
Mondphasen: werden beachtet bei der Zubereitung von Präparaten, beim Rebschnitt und bei der Abfüllung,
Vinifikation: vollständiges Entrappen und Mahlen der Trauben, Spontangärung in geschlossenen Zementbehältern, kontrollierte Gärtemperatur (maximal 28 Grad Celsius), Pressen mit einer Vertikalpresse, Presswein wird separat ausgebaut
Ausbau: 18 Monate in Barriques (50 % Neuholz für Fonroque, 20 % für den Zweitwein "Château Cartier"), außerdem wird Wein auch in Zementtanks, in Edelstahltanks und in einem Zement-"Ei" ausgebaut. Filtration und Eiweißschönung, falls erforderlich.
Vertikalverkostung Grand Vin St-Èmilion Grand Cru Classé Das Potenzial des Gutes scheint sich in den letzten Jahren erst nach und nach zu offenbaren.
Dabei erweist sich Fonroque eher nicht als Vertreter des milden, opulenten Typs von St. Émilion, sondern eher als ein klassischer, fest strukturierter Wein jenseits des populären Stils.
2009 Fonroque St-Émilion Grand Cru Classé (Fassprobe): Zweimal probiert, einmal offen, einmal blind. Beidemale ähnlich: intensiv primärfruchtig, Kirsche, Vanille. Weicher opulenter Auftakt, ölig geradezu mit eingebundenem körnigem Tannin in mittlerer Menge. Mineralischer, den kräftigen Alkoholgehalt balancierender Kern, holzige Abgangsnoten, ein stoffiger, positiv opulenter Wein mit ausgeprägter Mineralität. Sehr gut!
2008 Fonroque St-Émilion Grand Cru Classé (Fassprobe): Kirschfrucht und eine diskrete Kalk-Note. Prägnante, frische Nervigkeit am Gaumen, mittlere Gerbstoffmenge, gute Reife des Tannins, im Abgang mineralisch-saftig. Ein sehr klarer Wein, Frucht ohne plakative "Fruchtigkeit", und mit betonter Mineralität. Ganz klassisch, und sehr gut!
2007 Fonroque St-Émilion Grand Cru Classé: Entwickelte Note, Kirschwasser, leicht
ULRICH SAUTTER - WEINVERSTAND BRIEF 2 / 2010 - SEITE 7
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Die Mischung macht es!

Seit dem Jahr 2001 stellte das Chateau die Produktion und den Anbau konsequent auf biodynamische Anbauweise um.
Grand Crue der anderen Art

Exquisiter Rotwein, hergestellt nach strengen Richtlinien des Biologischen Anbaus.
Bio-Rotwein