Sie sind hier: Magazin // 11 / 2011 nachhaltige Geldanlagen
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Wurde mit Ihrem Geld in Ölpipelines durch Naturschutzgebiete, totalitäres Regime oder in Kinderarbeit investiert? Abstrus und unrealistisch denken Sie? Sie sind doch bei der kleinen Bank um die Ecke. Was hat die denn damit zu tun?
Alle Bankinstitute bedienen sich nicht nur ihrer eigenen, sondern auch fremder Investmentprodukte. Dabei werden selbstverständlich auch eigene Produkte mit fremden gemischt. Am Ende blickt niemand mehr richtig durch und weiß, wo das Geld wirklich hinfließt und was damit passiert.
Seit den 70er Jahren schauen immer mehr Anleger, was wirklich mit ihrem Geld passiert. Waren es damals der Vietnamkrieg und die Investitionen z.B. der Deutschen Bank in das Apartheitsregime Südafrika, interessieren sich Anleger heute, ob ihr Geld dazu beiträgt, die Umwelt zu schädigen oder durch höchst riskante und undurchsichtige Finanztransaktionen dazu beiträgt, die Weltwirtschaft zu destabilisieren und die Schwächsten der Schwachen auszubeuten. Alle, die es wirklich ernst meinen, sehen genau hin bei der Geldanlage, denn ethisch einwandfrei soll sie sein. Sie wollen wissen, welche sozialen und ökologischen Auswirkungen ihre Anlage hat.
Hierfür hat sich der Begriff der "nachhaltigen Geldanlage" eingebürgert. "Nachhaltige Geldanlagen" ist die allgemeine Bezeichnung für nachhaltiges, verantwortliches, ethisches, soziales, ökologisches Investment und alle anderen Anlageprozesse, die in ihre Finanzanalyse den Einfluss von ESG (Umwelt, Soziales und Governance)-Kriterien einbeziehen. Es beinhaltet auch eine explizite schriftlich formulierte Anlagepolitik zur Nutzung von ESG-Kriterien.
Nachhaltige Investments bieten Anlegern die Möglichkeit doppelt zu profitieren: Zum einen ökonomisch, denn nachhaltige Anlagen erwirtschaften genauso wie konventionelle Investments Renditen und zwar zum Teil sehr beachtliche. Und zum anderen werden mit der Kapitalanlage Projekte unterstützt, die sozialen, ökologischen und Governance-Kriterien entsprechen. Dies trägt dazu bei, so der Marktbericht Nachhaltige Geldanlage 2010, eine nachhaltig orientierte Wirtschaft und Gesellschaft aufzubauen und zu stärken.
Neben dem "nachhaltigen Investements" haben sich auch "ethische Investments" herausgebildet. Bei "ethischem Investment" geht es um die Einhaltung von kulturell oder subkulturell geprägten Werten, die in Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden. Hierbei geht es u.a. um den Verzicht auf Geldanlagen bei Unternehmen, die mit Tabak, Alkohol oder Glücksspiel ihr Geld verdienen. Ein anderes Beispiel für nicht ethische Fonds (die im Übrigen auch sehr nachhaltig sein können) sind spezielle islamische Fonds, die unter anderem das Zinsverbot ihrer Religion berücksichtigen. Im Weiteren werden die "ethischen" Investments mit unter die "nachhaltigen" Investments subsumiert.
Wer sein Geld nachhaltig anlegt, investiert in Unternehmen, die bewusster und sorgfältiger mit Ressourcen und Werten wirtschaften. Er investiert dort, wo soziale und ökologische Standards schon umgesetzt werden, bevor es rechtlich vorgeschrieben ist und unterstützt oftmals besonders zukunftsträchtige Branchen - wie etwa erneuerbare Energien, Energieeffizienz, und Saubere Technologien und stärkt die Menschenrechte und die Rücksichtnahme. Zudem wird eine Investition in Branchen oder Unternehmen vermieden, die der eigenen ökologischen und ethischen Auffassung widersprechen.
Bereits seit den Siebziger Jahren machte die GLS Gemeinschaftsbank den Anfang mit rein ethischen Investments. In den Achtziger Jahren kamen weitere alternative Banken wie die Ökobank in Deutschland oder die Alternative Bank Schweiz hinzu, die ökologische und soziale Projekte finanzieren. Im deutschsprachigen Raum gibt es darüber hinaus noch weiter alternative Banken, die nach ethischen Kriterien arbeiten: die Umweltbank in Nürnberg , Die Triodos Bank in Frankfurt und die EthikBank in Eisenberg folgen bei ihren Geldanlagen strengen Anlagekriterien, die klar, verbindlich und transparent sind.
Wie bei allem im Leben sollte man nur das tun, was man auch wirklich durchschaut und versteht. Bei der Geldanlage gilt nichts anderes. Wenn Sie nicht verstehen, in was Sie Ihr Geld investieren, lassen Sie die Finger davon. Es ist nicht nur ein gutes Gefühl zu wissen, wo sein Geld wirklich "arbeitet"; am Besten ist es, wenn man genau weiß, in welches Unternehmen man investiert, wer der Unternehmer ist und was für Produkte hergestellt werden. Transparenz ist eine absolute Notwendigkeit für nachhaltige und ethisch einwandfreie Anlagen. Undurchsichtigen Anlagen, wie Derivate und HedgeFonds mit komplizierten und hochkomplexen Finanzarchitekturen sind auf schnelles Geld und maximalen Gewinn ausgerichtet und können deshalb nicht nachhaltig sein.
Allerdings sollte man sich bei allen Invests - auch der Investition in nachhaltige Unternehmen - klar sein, dass auch hier Unternehmen pleitegehen können. Wer das Geld nicht hat zu spekulieren und jungen dynamische Unternehmen unter die Arme zu greifen, kann sein Risiko streuen und ist mit einem (nachhaltigen) Fonds oder einem grünen Tagesgeldkonto besser beraten.
Warum zeigen wir die Bedienelemente von Facebook/Twitter nicht direkt an?
Bei der Einbindung der Elemente von Facebook/Twitter müssen bereits Daten (Scripte und Grafiken) von den Servers dieser Unternehmen geladen werden, bevor Sie auf eines der Bedienelemente klicken. Hierdurch wird zumindest Ihre IP-Adresse an Facebook/Twitter übertragen. Sofern Sie Mitglied bei Facebook/Twitter sind, könnten diese Unternehmen ihren Besuch bei Stayfair nun personalisiert speichern. Da wir nicht wissen, ob Sie dies wünschen, haben wir uns dafür entschieden, die Bedienelemente erst auf Ihren Wunsch hin zu aktivieren.

Nur, wer bewusst und mit Blick auf die Zukunft und die Konsequenzen des eigenen Handelns agiert, wird den wirtschaftlichen Aufschwung, der nach der Krise wartet, für sich nutzen können.
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