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Sie sind hier: Magazin // 11 / 2011 nachhaltige Geldanlagen

Geld im Einkaufswagen

© peppi18 - Fotolia.com

Neue Wertvorstellungen

von Anja Weick , veröffentlicht am Dienstag, 01. November 2011

Kaufen, kaufen, kaufen - weil sie gerade im Angebot ist, muss eine neue Waschmaschine her, obwohl es die Alte doch wirklich noch gut tut. Weil wir zum fünften Mal im Radio die Werbung für den Superluxusfernseher bei Saturn gehört haben, geht kein Weg mehr daran vorbei - den brauchen wir auch.. Da jeden Tag die Stimmen der Werbesendungen im Fernsehen predigen, dass ein Leben ohne das neueste I-Phone nicht mehr möglich sei, müssen auch die Kinder mit dem besten Gerät ausgestattet werden. Wo wir hinsehen Werbung, wo wir hinhören Werbung - und was tun wir? Wir kaufen und kaufen und kaufen. Wir ersticken im Konsum und sind uns dessen gar nicht mehr bewusst, was von alledem wir denn eigentlich wirklich benötigen. Doch im nicht enden wollenden Konsumwettlauf scheinen wir völlig zu vergessen, dass wir nicht nur die vermeintlich in der Krise steckende Wirtschaft ankurbeln sondern ebenso - wenn nicht in viel größerem Ausmaß - die Welt, in der wir leben, zerstören. Für alle neuen und auch alten, aber so wichtigen Errungenschaften werden Ressourcen unserer Erde erschöpft, die nicht mehr erneuerbar sind.

Wir sind Gast auf dieser Welt und nach uns folgen Generationen, die mit dem leben müssen, was wir ihnen hinterlassen. Es ist also an der Zeit umzudenken und allen Werbeaufrufen zum Trotz genauer hinzuschauen und Investitionen zu hinterfragen. Benötige ich das wirklich, was mir die Werbebotschaft anpreist? Wieviel Luxus können wir uns noch leisten? Damit ist nicht der finanzielle Background gemeint - sondern vielmehr die Frage nach der Geduld unserer Erde. Es ist Zeit unsere Wertvorstellungen zu überdenken. Wie kann es sein, dass auf der einen Seite Mikrokredite gewährt werden müssen um zum Beispiel den Menschen in der dritten Welt den Weg in die Selbstständigkeit und damit das Überleben zu sichern. Wie kann es sein, dass Sozialunternehmen unterstützt werden um die Welt ein kleines bisschen zu verbessern, während auf der anderen Seite der Großteil der Konsumenten auf die Rufe der Werbewelt hört und immer weiter gedankenlos und egoistisch konsumiert? Wir sollten beginnen auf die Worte derer zu hören, die nicht den Konsum sondern den Erhalt des Lebens als Werte definieren. Diese Stimmen mögen aus Mangel an Geld um in den großen Medien zu Wort zu kommen, leise klingen - jedoch sind sie es, die uns eine Botschaft überbringen, die wir nicht ignorieren sollten.

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Kommentare und Meinungen

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Ein Gast schrieb am 03.11.2011 um 10:31:
wie wahr ...wie wahr...Ich wunder mich ständig, woher die vielen Menschen in den Städten stammen, die mit vollen Taschen durch die Geschäfte ziehen, wo doch angeblich nirgends mehr Geld vorhanden ist...und wenn es -wo es jetzt auf Weihnachten zugeht - für die Kinder Geschenke noch und nöcher sein müssen, dann frage ich mich auch, ob wir diese verschobenen Werte nicht anerziehen. 200 Euro sind hier ja nichts und ganz ehrlich...die Erwachsenen tragen die Mitschuld, dass die Jugend solche Geschenke ja häufig schon erwarten...Wenn ein Umdenken stattfinden soll, dann sollte dies auch in der Erziehung geschehen und nicht noch die Konsumgeilheit gefördertt werden. Gruß, Pia aus Bremen

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