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Sie sind hier: Magazin // 11 / 2011 nachhaltige Geldanlagen

Fairnünftig investieren

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Fairnünftig investieren

FAIRnünftig investieren - vom Rating zum wahren Leben

Institutionelle Anleger sind bei der Wahl ihrer Investitionen nicht wirklich frei in der Wahl ihrer Investments. In der Regel sind sie verpflichtet, den Großteil ihres Geldes in "sichere" Anlagen zu investieren. Entscheidend für die "Sicherheit" ist in erster Linie das Risiko, das eingesetzte Kapital zu verlieren. Wer in einen Fonds oder eine Pensionskasse im Auftrag anderer investiert, ist in der Regel dazu verpflichtet, sich an diesen Bewertungen zu orientieren und nur Wertpapiere mit den besten Kredit- Ratings zu kaufen.

Bei der Bewertung solcher Risiken kommt den sogenannten Rating Agenturen eine besondere Stellung zu. Weltweit teilen sich drei große amerikanische Rating-Agenturen den Markt untereinander auf: Standard & Poors, Moody's und Fitch. Nur wer das beste Rating "AAA" bekommt, kann sich zu günstigen Konditionen auf dem Weltmarkt Geld beschaffen. "AAA" gilt auf den Kapitalmärkten als das Maß aller Dinge und dennoch schützt diese Bewertung nicht vor einem wirtschaftlichen Totalausfall. Ja man kann sogar sagen, dass sich das Rating-System insbesondere in den letzten Jahren als mehr als unzuverlässig erwiesen hat. Ein "Tripple A" stellt also noch lange keine Garantie für eine wirklich nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung dar. Doch noch haben die Ratingagenturen eine Schlüsselstellung an den Kapitalmärkten. Ihnen wird blind vertraut bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und sogar Staaten. Um dies zu beurteilen, werten Rating-Analysten in erster Linie wirtschaftliche Zahlen aus und berücksichtigen vielleicht noch Brancheneinschätzungen oder die Beurteilung des Managements. Wirkliche Parameter hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung fließen in die Bewertung nicht mit ein.

Die Finanzkrise von 2008/09 hat deutlich gezeigt, wie fehlbar diese Bewertungssysteme sind. Sämtliche Rating-Agenturen haben nicht nur bei einzelnen Unternehmen, wie z.B. Lehman Brothers, völlig daneben gelegen, sondern auch komplette Wertpapierklassen wie die inzwischen berüchtigten strukturierten Subprime-Verbriefungen in den Himmel gelobt. Selbst S&P-Chef Deven Sharma musste zugeben, " (...) in diesem Bereich haben wir tatsächlich mit unseren Annahmen gründlich daneben gelegen." Aber auch in der Asien- und Russlandkrise habe man, so musste Sherman eingestehen, "die Ansteckungsgefahren in der verflochtenen Welt unterschätzt." Und auch in der jetzigen Krise scheinen die Rating-Agenturen nicht wirklich funktionierende Kennzahlen für die Analyse und Bewältigung bereit zu halten.

Tatsache ist, dass die Rating-Agenturen z.B. ethische Parameter nicht in die Bewertung mit einfließen lassen. Unsoziale und zum Himmel schreiende Zustände in Unternehmen oder Staaten fließen also mit keinem Jota in die Bewertung mit ein, obwohl doch mittlerweile jedem klar sein muss, dass Unterdrückung und Ausbeutung Zeitbomben für jedes Unternehmen und die Staaten darstellen, wie z.B. der arabische Frühling in Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien zeigt. Wenn man es auf den Punkt bringt, müsste man eigentlich jedem Manager, der alleine auf die Bewertung von Rating-Agenturen vertraut, grobe Fahrlässigkeit bei der Betreuung der ihm anvertrauten Gelder vorwerfen. Wer nur auf nackte Zahlen vertraut und nicht die übrigen Parameter einer immer komplexer werdenden Welt wenigstens im Ansatz berücksichtigt, der muss auf Dauer fehl gehen. Es ist daher mehr als angebracht die Gläubigkeit an die "Unfehlbarkeit" der Ratingagenturen und ihre ausschließlichen Fokussierung auf wirtschaftliche Zahlen kritisch zu hinterfragen.

In einer immer transparenter werdenden Welt von facebook und twitter ist es mehr als angeraten in die Wertung mit einzubeziehen, wie sich ein Staat oder ein Unternehmen im Hinblick auf Menschenrechte und die Einhaltung ethischer, sozialer und ökologischer Standards verhält. Diese Kriterien dürfen bei der Bewertung von Unternehmen keine untergeordnete Rolle spielen, da sie in den Köpfen und im Handeln der Menschen keine untergeordnete Rolle mehr spielen.

Die Negierung dieser Faktoren birgt, wie die Finanz- und Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte gezeigt haben, ein nicht zu kalkulierendes Gefahrenpotenzial, da "unvorhersehbare Ereignisse" wie die Einforderung von fundamentalen Menschenrechten oder die Gier von Menschen keine Berücksichtigung fanden. Gleichzeitig ist eine Transparenz und Klarheit in Bezug auf die abgeprüften Parameter notwendig. Die Investoren und vor allem die Verbraucher brauchen sie als Zusatzinformation, um Risiken besser einschätzen zu können und die Schuldner brauchen sie als Marktsignal, um ihr Verhalten zu ändern.

Warum zeigen wir die Bedienelemente von Facebook/Twitter nicht direkt an?

Bei der Einbindung der Elemente von Facebook/Twitter müssen bereits Daten (Scripte und Grafiken) von den Servers dieser Unternehmen geladen werden, bevor Sie auf eines der Bedienelemente klicken. Hierdurch wird zumindest Ihre IP-Adresse an Facebook/Twitter übertragen. Sofern Sie Mitglied bei Facebook/Twitter sind, könnten diese Unternehmen ihren Besuch bei Stayfair nun personalisiert speichern. Da wir nicht wissen, ob Sie dies wünschen, haben wir uns dafür entschieden, die Bedienelemente erst auf Ihren Wunsch hin zu aktivieren.

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