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Fairtrade Entwicklungshilfe für die Zukunft?

von Anja Weick , veröffentlicht am Samstag, 01. Oktober 2011

Schon lange bekannt und als eines der wichtigsten Fairtrade-Produkte ist der Kaffee. Doch mittlerweile finden immer mehr Waren den Weg zum Fair-Trade-Handel. Ob Fußbälle, Wein, Säfte oder T-Shirts, das Fair-Trade-Siegel begegnet uns immer häufiger. Mittlerweile werden in Deutschland pro Jahr für ca. 340 Millionen Euro Fair-Trade-Produkte gekauft. Und die Verkaufszahlen steigen. Der gemeinnützige Verein arbeitet heute mit 180 Partnerunternehmen zusammen. Diese importieren die Waren aus der Dritten Welt und liefern sie an die Einzelhandelsunternehmen.  Die Partnerunternehmen zahlen als Lizenznehmer des Siegels eine Lizenzgebühr, welche von Produkt zu Produkt unterschiedlich hoch ist. Durch diese Lizenzgebühr sowie durch Spendeneinnahmen und Mitgliedsbeiträge sowie durch ein stark ausgefeiltes Netz aus langfristigen Abnahmeverträgen, Vorfinanzierungen der Lieferungen und Mindestpreise soll die Existenz der Bauern und anderen Produzenten der Dritten Welt gesichert sein. Zu dem Gedanken den Bauern der Dritten Welt Gutes zu tun wird der Käufer in seinem Kauf noch dadurch bestärkt, dass sämtliche Produkte nach strengen Standards erzeugt werden. Der Kauf von Fair-Trade-Produkten ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, erleichtert aber auch ungemein das Gewissen. Mit Blick in die Zukunft darf hier aber nicht vergessen werden, dass Mindestpreise nur bedingt garantiert werden können, denn die Absatzmenge unterliegt starken Schwankungen. Laut Ökonom Sushil Mohan, der das Fair-Trade-Modell wissenschaftlich geprüft hat, ist der Handel mit Fair-Trade-Produkten keinesfalls ein "Allheilmittel" zur  Armutsbekämpfung sondern lediglich ein Beitrag zur Entwicklungspolitik im Allgemeinen.

Weiter darf auch nicht vergessen werden, dass das Fairtrade-Siegel ein außereuropäisches Siegel ist. Das heißt, ausschließlich die Bauern und Hersteller der Dritten Welt profitieren hiervon. Jedoch ist es ebenso wichtig und sinnvoll darauf zu achten, dass die Waren innerhalb von Europa ebenfalls fair gehandelt sind. Auch die kleinen Biobauern in europäischen Ländern müssen von ihrer Ernte leben können. Vor allem aber müssen sie vor den großen, konventionellen Bauern geschützt werden. So muss zum Beispiel sichergestellt sein, dass die eingesetzten Pestizide des benachbarten Bauern das Feld des kleinen Biobauern nicht beeinträchtigen. Fair-Trade - der faire Handel sollte eben nicht nur mit dem Blick auf die Dritte Welt stattfinden. Mit Blick auf die Existenz der Bauern sind Käufer von Fair-Trade Produkten bereit einen höheren Preis zu bezahlen. Dennoch gilt es für andere Produkte nur allzu häufig, das größt mögliche Schnäppchen zu schlagen. Doch wer Wert auf Qualitätsprodukte legt, der sollte sich bewusst sein, dass diese eben nicht zu billigst Preisen zu haben sind. Auch bei Produkten, die regional in Deutschland gefertigt wurden, lohnt es den einen oder anderen Euro zu investieren und so mit Blick auf die Zukunft, mit Blick auf unsere Gesundheit und mit Blick auf die Umwelt mit gutem Gefühl zu konsumieren. Fair produzierte Waren müssen nicht bedingt ein Fairtrade-Siegel tragen. Wichtig ist, dass die Waren, die wir konsumieren grundsätzlich fair gefertigt wurden...fair im Hinblick auf unsere Umwelt, fair im Umgang mit den Mitarbeitern und fair im Hinblick auf die Ehrllichkeit den Konsumenten gegenüber. Und diese Produkte sind nun einmal nicht zu Billigpreisen zu bekommen.

 

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