Sie sind hier: Magazin // 09 / 2011 Saubermann und co
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Wie mögen Sie es? Der Flur duftet nach Lavendel, die Küche nach Grapefruit oder Orange, das Wohnzimmer wohlig nach Zedernholz, das Badezimmer nach Zitrone oder, um nicht mit dem Reiniger verwechselt zu werden, vielleicht nach Meeresbrise, während das Schlafzimmer einen angenehmen Rosenduft versprüht.
Raumdüfte sind bei vielen sehr beliebt. Sie führen zu angenehmem Wohlbefinden, fördern das Abschalten und tragen zur Entspannung bei nach einem stressigen Tag. Einigen Düften werden Heilungseigenschaften zugesprochen. Ätherische Öle z. B. können die Atmung unterstützen, Zitrone mit ihren antiseptischen Eigenschaften kann Keime in der Luft abtöten. Manch einer nutzt Raumdüfte auch einfach nur, um unangenehme Wohn- oder Essensgerüche loszuwerden.
Auch als Dekoration eignen sie sich gut, kann man sie doch als Kerze, als Öl oder Gel in einem dekorativen Behälter gut in Szene setzen. Für den schnellen Duft zwischendurch hilft dann auch einmal ein Spray.
Wir können nicht leugnen, dass wir mit bestimmten Gerüchen bestimmte Bilder und Situationen - -genehme und unangenehme - verbinden.
Das machen sich mittlerweile Hotels, Gaststätten, Wellnesseinrichtungen, Einzelhandel und die Industrie zunutze. Mithilfe des so genannten Duftmarketings stellen sie ihre Dienstleistungen und Produkte besser dar und wollen ihre Kunden zum Kauf in die richtige Stimmung bringen. So haben Hotels im Frühstücksraum immer den passenden Brötchen- oder Honiggeruch, das Restaurant macht mit Speck- und Bratengerüchen Appetit, in der Hotelbar durftet es nach Rotwein und Capuccino. Der Einzelhandel beduftet die Obsttheke mit Orangen- oder Zitronengeruch, die Tiefkühlpizza kann auch schon einmal riechen wie frisch aus dem Ofen. Autoinnenräume werden mit Düften aufgepeppt, um das Fahrzeug z. B. mit einem Lederduft hochwertiger erscheinen zu lassen oder den typischen Neuwagengeruch zu verbreiten. Den können Sie übrigens auch nachträglich per Spraydose noch auftra-gen, falls Sie einen Gebrauchtwagen haben, der ? wen wundert´s - gebraucht riecht.
Die geballte Kraft an Geruchseindrücken, die uns gewollt und ungewollt erreicht, lässt Skeptiker jedoch aufhorchen.
Die fehlende Übersicht über Inhaltsstoffe und deren Wirkung auf den Körper verun-sichern. Angst vor Kopfschmerzen, Augen-, Schleimhaut- und Hautreizungen, Allergien oder andere unerwünschte Reaktionen des Körpers sowie vermeintlich krebserregende Zusatzstoffe wie z. B. Benzol lassen viele von Raumdüften Abstand nehmen, zumindest soweit wie sie es selbst beeinflussen können.
Wenn Sie jedoch nicht auf einen Raumduft für die eigenen vier Wände verzichten wollen, sollten Sie weitgehend auf natürliche Zutaten zurückgreifen. Mit einfachen Mitteln können sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Schneiden Sie eine Orange oder Zitrone auf und legen Sie die Schalen an die Heizung. Oder legen Sie einen Lavendelstrauß in das Zimmer. Zu Halloween schlage ich einen Knoblauchstrang vor, um die bösen Geister zu vertreiben. Die Möglichkeiten sind sicherlich etwas eingeschränkter, doch letztlich können Sie sicher sein, dass keine chemischen Zusatzstoffe an die Umgebung abgegeben werden.
Letztlich muss jeder -wie immer- für sich selbst entscheiden, was er sich und seiner Nase zumuten möchte.
Ach übrigens - wie ich es mag? Am liebsten habe ich den Duft von frisch gemahlenem Kaffee direkt nach dem Aufstehen am Morgen.
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