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Sie sind hier: Magazin // 08 / 2011 Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz

Joghurtobstdessert

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Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz

Gesund ernähren am Arbeitsplatz - viele Märchen und noch mehr schlechte Empfehlungen

Falsches Essverhalten im Allgemeinen gepaart mit besonderem Stress im Berufsalltag führt immer öfter zu Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Übergewicht und chronischen Erkrankungen. Gerade am Arbeitsplatz und während der Arbeitszeit vergessen wir oft alle guten Vorsätze und "verdrücken" schnell eine Portion Pommes am Stehimbiss, essen zwischendurch Schokoriegel oder andere "leichte Mahlzeiten" für zwischendurch - halt das, was Deutschland um halb zehn so während der Arbeitszeit tut, wenn der kleine Hunger kommt.  Dabei spielt eine wirklich gesunde Ernährung gerade dann eine Rolle, wenn wir leistungsfähig sein und bleiben müssen - also im Berufsalltag. Statt unseren Körper aber zu unterstützen, setzen wir ihm oft einem zusätzlichen "Stress" durch absolut falsche Ernährung aus.

Um den Bedürfnissen unseres Körpers nachzukommen, müssen wir uns mehr bewegen und unsere Ernährung an unseren tatsächlichen Bedarf an Energie, Vitaminen, Mineralien etc. anpassen.
Dabei wird Ihnen allerdings viel Unsinn erzählt. Insbesondere die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die in Deutschland aufgrund ihres weitverzweigten Beziehungsnetzwerks in die Wirtschaft und Politik viel Einfluss hat, weigert sich standhaft die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte anzuerkennen und predigt immer noch teilweise gesundheitsgefährdenden Unsinn. Dies gilt für die gesunde Ernährung im Allgemeinen sowie für das Büro im Besonderen.

Fehlinformation 1: Kohlenhydrate sind gesund - Fette und Eiweiße sind schädlich.
Unsere Nahrung besteht aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Seit Jahren hämmern uns zahlreiche Institutionen, vorneweg die DGE, ein, dass wir von zu viel Fetten und Eiweißen krank werden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Harvard Medical School und in jüngster Zeit die Diogenes Studie haben bestätigt, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Es sind die Kohlenhydrate in ihren zahlreichen Darreichungsformen, die uns krank machen - zum Teil todkrank.
Es ist keine neue Erkenntnis, aber doch eine sehr wichtige: Alle Kohlenhydrate, die nicht unmittelbar verbrannt werden, werden in Fette umgewandelt. Diese wandern umgehend auf unsere Rippen. Wenn Sie jetzt einmal Revue passieren lassen, wie Ihr täglicher Speiseplan aussieht, werden Sie feststellen, dass wir uns überwiegend von Kohlenhydraten ernähren. Dies ist auch der Grund, warum Sie trotz "Diät-Cola" und anderen "fettfreien" Lebensmitteln immer mehr zulegen. Es sind nicht die Fette, die fett und ungesund machen. Sondern die überschüssigen Kohlenhydrate.
Während Eiweiße dieselbe Anzahl von Kalorien haben, wie Kohlenhydrate, werden überschüssige Eiweiße einfach vom Körper ausgeschieden. Sie werden nicht in Fette umgewandelt. Ebenso ist es ein Ammenmärchen, dass zu viel Eiweiß die Arterien verkalken lässt. Das Gegenteil ist der Fall:  In letzter Zeit haben Studien gezeigt, dass eine kohlenhydrat-reduzierte, Eiweiß- und Fettoptimierte Kost die Herz-Kreislaufwerte stark verbessert. Ebenso können durch diese Art von Ernährung zahlreiche Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Melitus Typ 2 komplett geheilt oder jedenfalls stark reduziert werden. Grundlage für diese Form der Ernährung ist die von der Harvard-Medical-School entwickelte Ernährungspyramide, die in Deutschland unter der Bezeichnung Logi-Pyramide bekannt geworden ist.

Die Verdauung von Kohlenhydraten, d.h. oft die Umwandlung in Fette, macht uns allerdings träge, so dass am Arbeitsplatz auch nicht "gesunde Vollkornriegel" helfen, uns durch das Mittagsloch zu tragen. Sie verschlimmern in der Regel noch das Bedürfnis dringend ein Nickerchen machen zu wollen.
Ein Tipp: Reduzieren Sie mittags den Anteil der Kohlenhydrate im Essen und erhöhen Sie die Eiweiße. Gönnen Sie sich außerdem einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft und trinken Sie viel Flüssigkeit (am besten Wasser).  Dies gilt auch für lange Meetings. Meiden Sie die Süßigkeiten und Knabbereien!

Fehlinformation 2: Essen Sie fünf oder mehr Mahlzeiten am Tag.
Das Märchen von den fünf Mahlzeiten sollte eigentlich in das Strafgesetzbuch als Tatbestand der Körperverletzung aufgenommen werden. Bei der Verarbeitung von Nahrungsmitteln schüttet der Körper Insulin aus, das u.a. die Fettverbrennung in den Zellen hemmt. Insbesondere die Personen, die auf ihr Gewicht achten müssen und /oder abnehmen wollen, werden so praktisch nie die notwendigen Pfunde verlieren, sondern im Gegenteil immer weiter zunehmen.

Fehlinformation 3: Wenn ich mich gesund ernähre, habe ich alle Nährstoffe, die ich brauche.
Ebenso wichtig für unsere Ernährung sind Vitamine. Leider finden wir in den Läden immer mehr Früchte, die einmal um den ganzen Erdball geschifft wurden, ehe sie im Regal ankamen. Abgesehen von der z.T. schlechten CO2-Bilanz fehlt diesen Früchten ein Großteil der Vitamine. Unreif vom Baum gepflückt "entwickeln" sich diese Pflanzen erst im Schiffrumpf - ohne UV-Licht. Neben den Vitaminen fehlen auch die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe, ohne die die meisten Vitamine überhaupt nicht richtig Wirkung entfalten können. Greifen Sie deshalb bei Früchten immer auf saisonale Produkte aus ihrer Region zurück. Achten Sie dabei auf geprüfte Qualität im Anbau wie z.B. bei Demeter oder Bioland-Höfen.
Leider erlaubt uns unsere Lebensweise nicht immer, die notwendige Zeit für Bewegung und gesundes, d.h. "artgerechtes" Essen. Hier macht durchaus die gezielte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln Sinn. Die Einnahme sollte in Absprache mit einem auf Ernährung und Prävention spezialisierten Arzt oder Ernährungsberater erfolgen. Verzichten Sie in Ihrem eigenen Interesse auf den Kauf von Produkten zweifelhafter Herkunft - auch wenn Sie noch so günstig oder besonders teuer sind.
Unter den Vitaminen spielt insbesondere das Vitamin D eine besondere Rolle. Seine Wirkung ist in der letzten Zeit immer wieder Mittelpunkt interessanter Studien. Ein sinkender Vitamin D-Spiegel verhält sich umgekehrt proportional zum Risiko an Darmkrebs, Hautkrebs (schwarzer Hautkrebs) oder Brustkrebs zu erkranken. Außerdem wird Vitamin D-Mangel von Experten mit Depressionen in Verbindung gebracht. Vitamin D kann vom Körper selbst über die Haut gebildet werden. Hierzu muss die Haut eine gewisse Zeit der Sonne und damit UV A und B-Strahlung ausgesetzt werden. Nach neuesten Erkenntnissen leidet der größte Teil der Bevölkerung an einer dramatischen Unterversorgung an Vitamin D. Bei vielen ist Vitamin kaum noch im Blut feststellbar. Auch hier ist anzuraten, sich dringend bei einem auf Ernährung und Prävention spezialisierten Arzt einen Termin zu vereinbaren und sich eingehend beraten zu lassen.
Tipp: Im Arbeitsalltag spielt außerdem die Übersäuerung unseres Körpers eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wir spüren dies im Extremfall durch ständiges Aufstoßen oder Sodbrennen. Chronische Übersäuerung führt aber auch zu Müdigkeit und am Ende zu Ostheoperose. Kontrollieren Sie also regelmäßig z.B. durch einen Lackmustest, ob Ihr Körper nicht sauer ist.

Wichtig ist neben der richtigen Ernährung auch die Bewegung. Auf dem Weg zur sitzenden Dienstleistungsgesellschaft haben wir fast vollständig vergessen, dass unser Organismus auf ständige Bewegung und Belastung ausgerichtet ist. Lief der Durchschnittsdeutsche noch vor einigen wenigen Jahrzehnten mehrere Kilometer am Tag, so sind es heute kaum mehr 700 Meter. Kommen wir aber unserem Bewegungsbedürfnis  nicht nach, sind Haltungsschäden und Stoffwechselstörungen vorprogrammiert. Tipps für sinnvolle und einfache Bewegungsprogramme gibt Ihnen Ihre Krankenkasse. Im Zweifelsfall nehmen Sie aber einfach die Treppe statt des Aufzuges. Laufen Sie so viel es geht!

Wichtig ist zum Schluss noch eine ausreichende Versorgung unseres Körpers mit Flüssigkeit. Als Faustregel sollten Sie jede Stunde 200 ml. Flüssigkeit (1Glas) zu sich nehmen. Bei Infektionskrankheiten sollten Sie Ihren Konsum mindestens verdoppeln. Bevorzugen Sie dabei natürliches Mineralwasser. Zu wenig Flüssigkeit führt zu Konzentrationsstörungen und schweren Kopfschmerzen. Am besten stellen Sie sich immer ein gefülltes Glas, wenn möglich- an den Arbeitsplatz.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sie am besten alles das meiden, was Ihnen in der Werbung angepriesen wird, inklusive Fitnessriegel und Wellnesprodukte. Trinken Sie viel und bewegen Sie sich so oft es irgend geht. Dann werden Sie Ihre Gesundheit behalten und Ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz aber auch insgesamt steigern.
Eine ärztliche Beratung zu einer optimalen Ernährung bieten Ihnen z.B. die von uns zertifizierten Ärzte Drs. Gerling und Dr. Joch (Ärzthaus Rheinbach). Für Rückfragen und Tipps stehen Ihnen unsere Experten gerne zur Verfügung.

 

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