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Sie sind hier: Magazin // 05 / 2011 Energie

Herd

Induktionsherd lohnenswert?

Bereits seit Ende der 80er-Jahre ist er auf dem Markt - der Induktionskochherd - doch selbst heute hat dieser Herd noch nicht alle Küchen der Deutschen erobert. Anders als bei den häufiger eingesetzten Ceranherden wird bei den Induktionsherden nicht mit Hilfe von Heizelementen im Kochfeld direkt unter dem Topfboden geheizt sondern hier sitzt eine Induktionsspule unter dem Glasfeld, welche von Strom "durchflossen" wird. Hierdurch entsteht ein Magnetfeld, das ausschließlich bei der Nutzung von geeigneten Töpfen so genannte "Wirbelströme" erzeugt, welche wiederum im Boden der Töpfe Hitze erzeugen. Wer sich nun grob vorstellen kann, wie hier die Hitze im Topf zur Zubereitung von Speisen entsteht, der wird sofort einen Vorteil dieser Technik verstehen, der ganz klar auf der Hand liegt. Auch wenn der Herd eingeschaltet ist, er bleibt zunächst kalt. Es ist nahezu unmöglich sich die Finger zu verbrennen. Ein Vorteil besonders auch für Familien mit Kindern. Durch den gezielten Einsatz von Energie, nämlich tatsächlich ausschließlich am Topfboden und nur dann, wenn der Topf auf der Platte steht, gelten die Induktionsherde als energieeffizienter. Restwärme wird auch nach Fertigstellung des Gerichts nicht mehr abgegeben, so dass die benötigte Energie ausschließlich während des Kochvorgangs gezielt genutzt wird.

Im Vergleich zu anderen Kocharten gibt es weitere Vorteile:

Im Gegensatz zum Gasherd geht keine Energie aus dem Kochgas durch Konvektion verloren, das heißt es geht keine Ernergie durch die neben der Pfanne aufsteigende warme Luft verloren. Bei kurzer Kochzeit kann Energie gespart werden, da nur eine relativ geringe Masse erwärmt wird, während beim langsamen Weiterkochen oder -dünsten der Spareffekt abnimmt.


Im Gegensatz zum klassischen Elektroherd mit Kochplatte, Heizspirale oder Infrarotheizung geht keine Energie durch Strahlung und Konvektion verloren, und es wird keine Energie in heißem Metall gespeichert.
Im Gegensatz zum Holzofen entsteht durch die Kochstelle kein Feinstaub und die CO2-Bilanz ist günstiger.


Die Wärme wird fast ausschließlich im Topf erzeugt, auch wenn der Topfdurchmesser vom Kochfeld abweicht. Ist der Topf kleiner, erwärmt er sich genau so schnell wie ein größerer Topf. Die ihn umgebende Fläche des Kochfeldes bleibt kalt.

 

Jedoch birgt der Induktionsherd auch ein paar Nachteile und der Kauf eines solchen Gerätes sollte nicht übereilt geschehen. Preislich liegt der Induktionsherd gegenüber dem herkömmlichen Herden mit Ceranfeld deutlich höher. Außerdem ist spezielles Geschirr notwendig um überhaupt mit dem Induktionsherd kochen zu können. Auch diese für den Induktionsherd geeigneten Töpfe müssten also neu angeschafft werden. Auch für Menschen mit einem Herzschrittmacher ist die Anschaffung eines Induktionsherdes nicht zu empfehlen. Das Magnetfeld kann einen Herzschrittmacher beeinflussen.

Abschließend bleibt festzustellen, dass der Induktionsherd trotz der genannten Nachteile unterm Strich eine lohnenswerte Anschaffung darstellt, denn er arbeitet nicht nur ganz besonders energie-effizient sondern er eignet sich auch ausgezeichnet für das gemeinsame Kochen mit Kindern. Schließlich besteht nicht die Gefahr des Verbrennens an der heißen oder noch heißen Herdplatte.

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