Sie sind hier: Magazin-Archiv // 05 / 2012 Vegetarismus
In vieler Munde gilt die vegetarische Küche als besonders gesund und vor allem gesünder als die fleischhaltige Kost. Doch auch Vegetarier sind der schnelllebigen Zeit, dem Termindruck und der Hektik ausgeliefert und ebenso wie die fleischverzehrende Gesellschaft greift ein Großteil hier zu Fertigprodukten. Doch wissen Vegetarier hier auch, was wirklich drin ist? Sind vegetarische Fertigprodukte auch gleichzeitig gesunde oder gesündere Produkte nur, weil sie kein Fleisch enthalten? Die Realität zeigt, bei vegetarischen Gerichten sollte man auch genau hinsehen, was tatsächlich drin ist. In vielen vegetarischen Mahlzeiten stecken ebenso wie in fleischhaltigen Mahlzeiten auch Glutamate - Geschmacksverstärker - die das Hungergefühl anregen. Findet der bewusste und aufmerksame Einkäufer auf der Zutatenliste keine Bezeichnung "Glutamat", so bedeutet dies noch lange nicht, dass das Produkt frei von Geschmacksverstärkern ist. Oft wird das geschmacksverstärkende Glutamat als Bestandteil von Hefeextrakt oder Würze dem Gericht zugesetzt. Wenn Hersteller sogar mit dem Slogan "ohne Geschmacksverstärker" auf der Verpackung werben, lohnt ein Blick auf die Zutatenliste einmal mehr. Denn diese Werbung dürfen Hersteller zwar nutzen, wenn kein synthetisches Mononatriumglutamat zugesetzt wurde. Wird lediglich die Zutat Hefeextrakt und Würze aufgeführt, so sind diese Zutaten lebensmittelrechtlich zwar nicht als Geschmacksverstärker deklariert, wirken jedoch nicht anders. Hefeextrakt und Würze klingt zwar besonders natürlich und unauffällig, doch viele Verbraucher wissen nicht, dass es sich hierbei ebenfalls um einen Geschmacksverstärker handelt. Hefeextrakt enthält von Natur aus Glutamat. In seinem chemischen Aufbau unterscheidet es sich nicht von dem industriell hergestellten Geschmacksverstärker. Lediglich die Ausgangsprodukte unterscheiden sich. Und so versucht auch die Lebensmittelindustrie für vegetarische Fertiggerichte seine Verbraucher in die Irre zu führen.
Der Verbraucher wird wieder einmal für dumm verkauft, denn wer sich bewusst für ein Produkt "ohne Geschmacksverstärker" entscheidet, will diese definitiv nicht haben - wie auch immer die Form des enthaltenen Geschmacksverstärkers aussieht.
Ebenso enthalten vegetarische Fertigprodukte viele Aromen, die den Geschmack aufwerten sollen. Eine eventuelle Schwankung der Rohstoffqualität soll so ebenfalls ausgeglichen werden. Fakt ist, dass die Lebensmittelindustrie auch bei der fleischlosen Kost in die Trickkiste greift, um geschmacklich ein nennenswertes -in manchen Fällen vielleicht sogar nur mittelmäßiges - Ergebnis zu erzielen. Wer auf den Salzgehalt achtet, der fährt bei vegetarischen Gerichten etwas besser. Diese enthalten zwar auch viel Salz, bleiben aber im Salzgehalt meist unter den Mengen in fleischhaltigen Gerichten. Fakt ist aber, genau wie bei der fleischhaltigen Küche gibt es hier Kniffe und Tricks, mit denen die Hersteller Lücken suchen um besonders gesund und rein zu erscheinen. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste und ein bisschen Hintergrundwissen sind hier gefragt, damit man nur das kauft und isst, was man für sich selbst vertreten kann.
Ob man sich nun lieber fleischlos oder fleischhaltig ernähren möchte, macht bei den Fertiggerichten wenig Unterschied und das Fazit bleibt das gleiche - am besten kauft man frische Zutaten und weiß so genau, was man auf dem Teller hat.
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