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Sie sind hier: Magazin // 04 / 2011 Produktehrlichkeit

Wasserflaschen

© froto - Fotolia.com

Sind Edel-Wasser besser?

von Klaus Schuppert, veröffentlicht am Freitag, 01. April 2011

Wasser ist nicht nur zum Waschen da, vor allem ist es unser wichtigstes Lebensmittel. Da ist es nicht verwunderlich, dass eine ganze Reihe von Verbrauchern eher den großen Getränkeherstellern, als dem eigenen Wasserwerk hier die größte Kompetenz zutrauen. Aber ist dieses Vertrauen gerechtfertigt? Zunächst einmal muss geklärt werden, was es mit den Bezeichnungen auf den Wasserflaschen auf sich hat. Man unterscheidet folgende Sorten Wasser:

1. Natürliches Mineralwasser
Dieses Wasser kommt aus Wasservorkommen tief unter der Erde und ist dort vor Verunreinigungen weitgehend geschützt. Es wird direkt an der Quelle entnommen und aufgrund der großen Tiefe und der entsprechenden Menge an Wasser ist der Mineralgehalt des Wassers relativ konstant. Der Hersteller ist gesetzlich verpflichtet die Qualität bis zur Abfüllung des Wassers in Flaschen zu garantieren. Diese Einschränkung ist sehr wichtig. Beeinträchtigungen beim Abfüllen, oder durch den Transport oder durch das Auswaschen von Bestandteilen der Verpackung (Flasche)  werden nicht überwacht.

2. Tafelwasser
Tafelwasser darf reines Leitungswasser sein, wie es auch beim Verbraucher zuhause aus dem Hahn kommt. Es kann aber auch ein Mineralwasser oder eine Mischung aus beidem sein. Oft werden dem Wasser dann auch Salze und Mineralen zugemischt. Damit handelt es sich also um ein Wasser, welches i.d.R. verändert ist und damit weniger natürlich als Leitungswasser.

3. Quellwasser
Quellwasser kommt meist nicht aus einer natürlichen Quelle wie natürliches Mineralwasser, sondern es wird durch Bohrungen in unterirdischen Wasservorkommen gewonnen. Es wird lediglich gefiltert und ggf. etwas aufbereitet (z.B. durch Zugabe von Salzen oder Kohlensäure) und muss am Abfüllort nur die Anforderungen an die Trinkwasserverordnung erfüllen.

4. Heilwasser
Diese Wasser sind meist aus Kurorten bekannt, sie sind offiziell ein Arzneimittel. Dabei geht es weniger um die nachgewiesene heilende Wirkung der Wasser, als vielmehr darum, dass bestimmte Mineralen in einer bestimmten Konzentration im Wasser nachgewiesen sind.
Von keinem Stoff, außer dem Sauerstoff, nehmen wir Menschen pro Tag mehr auf als vom Wasser, entsprechend relevant ist Wasser für unseren Körper und seine Funktionen. Für uns ist es also wichtig sich darauf verlassen zu können, dass im Wasser keine Schadstoffe wie Schwermetalle, Hormone, Gifte oder Keime enthalten sind.  Diese Eigenschaft trauen viele Konsumenten gerade den abgepackten Wassern zu. Dabei haben sich gerade hier mehr Probleme gezeigt als jemals im Leitungswasser (zumindest in Deutschland). Auch wenn es in südlichen Ländern sinnvoll ist das Flaschenwasser dem Leitungswasser vorzuziehen, ist es bei uns genau umgekehrt. Unser Leitungswasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. Es sind quasi keinerlei Verunreinigungen erlaubt. Hingegen kam es bei Flaschenwasser schon häufiger vor, dass Rückstände von Reinigungsmitteln oder sogar Hormone nachgewiesen wurden.

Man sollte also zumindest darauf achren, dass der Wasserhersteller freiwillig die Qualität seiner Flaschen auch im Handel regelmäßig kontrolliert.

Beim örtlichen Wasserversorger erhält man auf Wunsch die Zusammensetzung des Leitungswassers detailliert aufgelistet. Auch mit Blick auf den Transport ist das Leitungswasser nicht zu schlagen, schließlich fließt es selbstständig in unsere Karaffe zuhause. Für die Verbraucher, die aber auf das Perlen der Kohlensäure im Wasser nicht verzichten wollen, ist mit den handelsüblichen Stream-Geräten schnell und unkompliziert das Wasser spritzig aufgepeppt. Gerade in Zeiten wie im Sommer, in denen man besonders viel trinkt, sollte man über diese Alternative nachdenken und einfach auf die Flaschenware verzichten. Dies ist ökologisch sinnvoll, sehr nachhaltig und schont den Gelbeutel. Der abgefüllte Liter zuhause kostet gerade mal 0,5 Cent. Selbst das Billigwasser vom Discounter kostet pro Flasche mindestens  15 Cent.
Bei einem Vierpersonenhaushalt mit 4 Flaschen pro Tag spart man so schnell 20,- Euro im Monat.

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Editorial 04/2011

Liebe Leserin, lieber Leser,

Lebensmittelskandale und Umweltkatastrophen wie in Japan ändern kurzzeitig das Einkaufsverhalten der Konsumenten. Schon nach kurzer Zeit verfallen diese aber wieder in die alten Konsummuster zurück und kaufen "billig". Anders ist es bei der Gruppe der ?kritischen Konsumenten? (in Deutschland sind das 12 bis 20 Mio). Unabhängig von Skandalen hinterfragen sie Herkunft, Beschaffenheit, Qualität und Herstellung der Waren. Es klingt, als seien diese Konsumenten "schwierige" Kunden, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Eigentlich sind sie  es, die für Hersteller und Anbieter besonders unkompliziert ticken, denn sie erwarten  von Herstellern nichts weiter als Ehrlichkeit und Offenheit.  >>>>>>