Sie sind hier: Magazin // 04 / 2011 Produktehrlichkeit
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Die Deutschen wollen mehr Materialehrlichkeit und viel Licht, eine individuelle, gemütliche Wohnung und Möbel, mit denen sich die Wohnbereiche schön verschmelzen lassen. Damit sind sie nicht alleine. Das Wohnverhalten verändert sich weltweit, die Küche wird zum Mittelpunkt eines aktiven Lebens in den eigenen vier Wänden, und ein gesunder Mensch lebt in einem gesunden Haus - das sind die Megatrends der Einrichtungskultur. Die jährlich vom Verband der Deutschen Möbelindustrie im Vorfeld der imm cologne durchgeführte Trendbefragung bei den Ausstellern ergab aber auch wieder zahlreiche Details zu den angesagten Formen, Farben, Mustern, Oberflächen und Materialien. Zentrale Themen bei den wichtigsten Trends und Tendenzen im Möbel- und Einrichtungsangebot der neuen Saison 2011 sind unter anderem Nachhaltigkeit, Individualität und die "neue deutsche Gemütlichkeit".
Die Angebote der deutschen wie internationalen Möbelindustrie sind endgültig weg von ästhetischen Doktrinen und stilistischer Einheitlichkeit.
Unter diesen Rahmenbedingungen entwickelt sich immer ausgeprägter ein Wohnstil, der als "neue deutsche Gemütlichkeit" bezeichnet werden kann. Im Charakter dieses Stils sind Cooles und Verspieltes vereint. Das wird auch dadurch ermöglicht, dass die Menschen in der eigenen Wohnung ihre facettenreiche Persönlichkeit demonstrieren wollen. Zu Hilfe kommt ihnen dabei in der aktuellen und kommenden Saison der große Leitgedanke des "Pimp my Home". Das stylische "Aufmotzen" der eigenen vier Wände ist nämlich nicht nur schick, sondern durch die vielfältigen Möglichkeiten auch angesagt. Auf der imm cologne 2011 werden daher auch immer mehr Produkte aus dem großen Bereich der Dekorationen gezeigt. Aber Möbel sind und bleiben die wahren Helden der Wohnung.
Klar ist, dass einem das eigene Zuhause immer wichtiger wird. Menschen verbringen heute rund 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Sensibilität für nachhaltige Möbelkonzepte steigt Grundsätzlich steht bei allen neuen Möbeln gutes Design und eine gute Qualität im Vordergrund. Beide Faktoren sind Eintrittskarten für den Markt. Bei der Qualität wird das Thema "Nachhaltigkeit" immer wichtiger. Die Nachfrage nach Massivholzmöbeln steigt, und im Möbelhandel werden Verkäufer immer häufiger gefragt, welche Materialien für dieses oder jenes Möbelstück verwendet wurden. Die Menschen werden sensibler im Umgang mit Ressourcen. Die Industrie stellt immer mehr Material-Mischungen her, die am Ende ihres Lebenszyklus wieder trennbar sind. Hintergrund für diesen Wunsch der Verbraucher ist das große Leitbild Gesundheit. Darum ist es nicht verwunderlich, dass Materialehrlichkeit auch im Möbelbau eine immer wichtigere Rolle spielt, und ehrlich sein können am besten Materialien, die natürlich sind. Gesundheit wird immer ganzheitlicher begriffen. Wir merken trotz oder wegen unserer Zivilisation, dass zum Wohlbefinden Körper und Geist gehören. Im Lebensmittelbereich ist es das Thema Bio, bei Freizeitaktivitäten ist es die Natur und bei Konsumgütern das Thema Nachhaltigkeit, das die Menschen bewegt.
Trend zur Entgrenzung fand in der Küche seinen Anfang
Die Küche lebt. Mit neuen Formen, Oberflächen und Systemlösungen schleift die Industrie die alten Grenzen zwischen Küche und Wohnraum, der Essplatz wird zum Zentrum, und die wohnlichen Gestaltungslösungen für Küchenmöbel passen sich dem Duktus von Wohnwand, Polstermöbeln und Lowboard so gut an, dass sich mit ihnen schon fast ein Wohnzimmer ausstatten ließe. Technisch jedoch hat längst die Professionalisierung Einzug in unsere Küchen gefunden. Arbeitsabläufe können durch die sinnvolle Zuordnung von Möbeln optimiert werden, Licht beleuchtet gezielt Arbeitsflächen oder Essbereiche. Ein ganz großes Thema bei den Elektrogeräten, der sogenannten weißen Ware, ist Energiesparsamkeit. Sowohl Strom als auch Wasser werden von immer mehr Verbrauchern bewusster wahrgenommen. Einmal, weil der eigene Geldbeutel durch Sparsamkeit geschont wird, aber auch, weil man der Umwelt dadurch einen Gefallen tut. Energieeffiziente und leise Küchengeräte werden morgen Standard sein. Hinzu kommt in der nächsten Küchenmöbelsaison die Hinwendung zu einer schlichten Formensprache, die elegant und zurückhaltend wirkt. Man sieht sich an einer solchen Küche kaum leid. Das ist auch gut so, denn sie ist ein sehr langlebiges Konsumgut. Neuster Trend im Küchenbereich sind offene Regale und ganz viel Glas als Material für Fronten, Arbeitsflächen oder Fliesenspiegel.
Die Wohnküche ist der stichhaltigste Beweis dafür, dass die Wohnbereiche immer mehr miteinander verschmelzen und sich die Ansprüche ans Wohnen ändern. Die großen gesellschaftlichen Megatrends wie beispielsweise Individualisierung, Gesundheit, veränderte Familienstrukturen, demografischer Wandel und Globalisierung sind auch für unsere Branche von Einfluss. So überwindet man heute beim Einrichten alte, traditionelle Grenzen, setzt den Fernseher in den Küchenbereich, macht den Esstisch zur Kommunikationszentrale, stellt die Badewanne ins Schlafzimmer. Die Wohnräume verschmelzen immer mehr. "Küche - Essen - Wohnen" wird eins und die Bereiche "Schlaf- und Badezimmer" nähern sich immer mehr an. Alte Möbel werden mit neuen vereint, Wintergrillen geht, und wenn es sein muss, wird die Diele zur Disco. Das einstige "Entweder-Oder-Modell" wird abgelöst durch ein eindeutiges "Sowohl-Als-Auch". Alles ist möglich, so auch beim Wohnen.
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Nur wenn Verbraucher sich für die Materialien, aus denen ein Produkt besteht, interessieren, können sie "ehrliche" Produkte im Markt identifizieren.
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Bei Models ist die Retusche schon lange Standart. Auch die Lebensmittelindustrie setzt alles auf den schönen Schein.
Wieviel Ehrlichkeit wollen wir?

Chemisch kontaminierte Baumaterialien und Einrichtungs-gegenstände, Gebrauchs-chemikalien gefährden die Gesundheit und lösen chronische Krankheiten und schwere Allergien aus.

Ehrlichkeit ist bei der Produktion der Lebensmittel die beste Basis für eine gesunde Ernährung und ein Beitrag zum Tierschutz.

Liebe Leserin, lieber Leser,
Lebensmittelskandale und Umweltkatastrophen wie in Japan ändern kurzzeitig das Einkaufsverhalten der Konsumenten. Schon nach kurzer Zeit verfallen diese aber wieder in die alten Konsummuster zurück und kaufen "billig". Anders ist es bei der Gruppe der ?kritischen Konsumenten? (in Deutschland sind das 12 bis 20 Mio). Unabhängig von Skandalen hinterfragen sie Herkunft, Beschaffenheit, Qualität und Herstellung der Waren. Es klingt, als seien diese Konsumenten "schwierige" Kunden, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Eigentlich sind sie es, die für Hersteller und Anbieter besonders unkompliziert ticken, denn sie erwarten von Herstellern nichts weiter als Ehrlichkeit und Offenheit. >>>>>>